Integrationspreis 2021

Ajla Kurtović ist die Schwester von Hamza Kurtović, der am 19. Februar 2020 beim rassistischen Anschlag von Hanau ebenso wie acht weitere junge Menschen mit Migrationshintergrund ermordet wurde. Ajla Kurtović setzt sich für eine lückenlose Aufklärung der Tat sowie gegen Hass und Rassismus ein. Auf Vorschlag von Katja Leikert wurde sie am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, bei einem Festakt als „Botschafterin für Demokratie und Toleranz“ geehrt.

Saida Hashemi hat bei dem Anschlag ihren 21 Jahre alten Bruder Said Nesar verloren. Sie selbst ist heute 24 Jahre alt und Lehramtsstudentin. Sie hat schon mehrfach auf Ansprachen in Worte gefasst, wie es ihrer Familie, die 1986 nach Hanau gekommen ist, heute ergeht. Sie ist die Älteste von fünf Geschwistern. Ihren Bruder beschreibt sie als einen Menschen, der voller Vertrauen war und ein positives Menschenbild hatte. Said sei fleißig, wissbegierig und zielstrebig gewesen. Nach seinem Realschulabschluss hatte er eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer abgeschlossen und eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker begonnen. Sein beruflicher Weg lag klar vor ihm, als er aus dem Leben gerissen wurde.

Integrationspreis

 Wir verleihen den Integrationspreis der 10. Frankfurter Immigrationsbuchmesse an Ajla Kurtović und Saida Hashemi, weil sich beide in vorbildlicher Weise für Toleranz und interkulturelle Verständigung einsetzen, u.a., indem sie vor die Öffentlichkeit treten. Beide handeln mit der vollen Einsatzkraft ihres Lebens, denn sie haben ihre Brüder durch einen brutalen Anschlag verloren und müssen diesen Verlust und seine Willkür seelisch verarbeiten. Dies tun beide Frauen aber nicht mit Hass und Rachegedanken, sondern mit Großmut und mit einer Botschaft des Verzeihens. Gewalt soll nicht mit Gewalt beantwortet werden. Diesem Gedanken fühlen sich auch die Organisator*innen der Frankfurter Immigrationsbuchmesse verpflichtet, die den Integrationspreis ausgelobt haben: Das Ziel ist ein lebendiges Miteinander, bei dem nicht mehr gefragt wird, „woher jemand kommt“, sondern wo der andere als Mensch akzeptiert und geschätzt wird.

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