1. Frankfurter Immigrationsbuchmesse 2022

Die Frankfurter Immigrationsbuchmesse, die vom 8. bis zum 9. Oktober 2022 zum elften Mal stattfinden soll, gehört zum festen Bestandteil des jährlichen Kulturprogramms in Frankfurt am Main. Veranstaltungsort der elften Frankfurter Immigrationsbuchmesse wird zum vierten Mal das Historische Museum in Frankfurt am Main, Am Römerberg, sein.

Die Immigrationsbuchmesse ist in Frankfurt einzigartig. Hier kommen Autoren und Verlage mit Migrationsschwerpunkt zu Wort. Es gibt Lesungen, Vorträge und Musikdarbietungen sowie die Bücherschau der teilnehmenden Verlage. Die Sprache aller Veranstaltungen ist Deutsch.

Ziele sind die Integration hier lebender Migranten, Förderung des friedlichen Zusammenlebens von Angehörigen der verschiedensten Kulturen und interkultureller Austausch. Schwerpunkt geht es anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der türkischen Gastarbeiter-Einwanderung um türkisch-deutsche Migrantenliteratur. Zweiter Schwerpunkt ist afrikanische Literatur, nachdem afrikanische Autoren bei Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr nur unzureichend berücksichtigt wurden.

Gefördert von
Amt für multikulturelle Angelegenheiten und Kulturamt der Stadt Frankfurt

Liebe Freund:innen der Literatur,

seit 11 Jahren bereichert die Immigrationsbuchmesse das kulturelle Leben Frankfurts. Ich bin dankbar für diese wunderbare Tradition. Sie demonstriert die Vielfalt und die intellektuelle Neugier unserer Stadt.
In Frankfurt ist Migration Alltag. Mehr als die Hälfte aller Frankfurter:innen können Migrationsgeschichten erzählen. Ihre Erfahrungen, ihre Erlebnisse, Hoffnungen und Wünsche verändern die Perspektive auf unsere Stadt immer wieder aufs Neue.
Insbesondere das Medium der Literatur hilft uns dabei, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Literatur macht Dinge sichtbar, die vorher nicht aufgefallen sind. Sie sensibilisiert für Lebensentwürfe, die anders als die eigenen sind. Damit trägt sie zu gegenseitigem Verständnis, zur Anerkennung und letztlich zur Solidarität bei.
Aus diesem Grund sind die beiden diesjährigen Schwerpunkte der Immigrationsbuchmesse vortrefflich gewählt. Sie geben Einblick in den Erfahrungsreichtum von Menschen, deren Stimmen immer noch viel zu oft beiseitegedrängt werden.
Als vor 60 Jahren die sogenannten Gastarbeiter:innen aus der Türkei nach Deutschland kamen, spielten die Hoffnungen und Wünsche dieser Generation kaum eine Rolle. Sie waren keine Gäste, sondern sie wurden provisorisch gedudelt, um ihre Arbeitskraft ausbeuten zu können. Viele wollten jedoch bleiben. Sie gründeten Familien und richteten sich in ihrem neuen Leben ein. Max Frisch schrieb einmal: „Wir riefen Arbeitskräfte, aber es kamen Menschen.“ Es ist an der Zeit, dass die Geschichten dieser Menschen gehört werden.

Ich wünsche Ihnen für die 11. Frankfurter Immigrationsbuchmesse spannende Gespräche, vielfältige Begegnungen und aufregende Literatur!

Ihre Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin,

Dr. Nargess Eskandari-Grünbnerg